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Gedenken an Franz Xaver Grubers Geburtstag

Am Gruber-Grab vor dem Gruber-Haus im Stille Nacht Bezirk Hallein gedachte Michael Neureiter, der Präsident der Stille Nacht Gesellschaft, am 25. November des 229. Geburtstags des Komponisten: "Gruber hat gemeinsam mit Joseph Mohr der Welt einen Wegweiser zum Frieden geschenkt! Er hat in diesem Haus 28 Jahre gelebt, in dem auch ich meine Kindheit und Jugend verbringen durfte."

"Ich freue mich riesig, dass die Stadt Hallein mit Unterstützung des Landes Salzburg engagiert dabei ist, eine Neugestaltung des Stille Nacht Bezirks und des Gruberhauses vorzubereiten und durchzuführen!" betont Neureiter und erinnert an die Neugestaltung des Platzes vor genau 80 Jahren:

Vor 80 Jahren Neugestaltung des Gruber-Grabs und des ganzen Platzes

Am 8. November 2016 waren es genau 80 Jahre her, dass 1936 in Hallein der neu gestaltete Platz zwischen Stadtpfarrkirche und Mesnerhaus gesegnet wurde. Die Stadtpfarrkirche wurde noch vom spätromanischen Kirchturm überragt, der sieben Jahre später beim Stadtbrand 1943 ausbrannte. Im Mesnerhaus wohnten im 1. Stock die Mesnerfamilie und im 2. Stock die Familie des Organisten.

Franz Xaver Gruber lebte mit seiner Familie von 1835 bis zu seinem Tod 1863 im Mesnerhaus, das dann im 20. Jahrhundert nach ihm benannt wurde. Der rund um die Kirche angeordnete Friedhof wurde nach der Gründung des neuen Friedhofs 1880 aufgelassen - nur das Grab des Organisten und Chorregenten blieb bestehen - ein Beweis für die Wertschätzung, die Gruber schon Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr.

Anna Holzner, die Kustodin des Stille Nacht Museums Hallein, hat die Geschichte des Gruber-Grabs im Stille Nacht Archiv des Keltenmuseums recherchiert: "Mitte der 1920er Jahre empfanden die Stadtväter das etwas verwilderte Aussehen des Platzes als unwürdig." 1935 wurde es ernst, ein Komitee wurde gegründet, den Ehrenschutz übernahm Landeshauptmann Franz Rehrl. Eine Spendenaktion begann, Gestaltungsvorschläge folgten. Der Schrebergarten Dechant Hermann Oberwallners vor dem Mesnerhaus musste der Neugestaltung weichen. Schließlich wurde für das Grab ein schlichtes schmiedeeisernes Kreuz mit Konglomerat-Einfassung festgelegt. 1936 wurde die gesamt Aktion mit 9.000,- Schilling veranschlagt.

Im November 1936: neue Portraitbüste des Komponisten von Hans Baier

Der junge akademische Bildhauer Hans Baier schuf nach einem Foto des Komponisten aus 1860 eine überlebensgroße Marmorbüste, die über der Eingangstür angebracht wurde. Sie ist - wie das neue Grabkreuz - 80 Jahre später erhalten.

Am 8. November 1936, an dem übrigens Österreichs Fußballteam in Zürich gegen die Schweiz mit 3:1 gewann, war es dann so weit: Nach der Festmesse in der Stadtpfarrkirche, die unter Leitung vom Felix Gruber, einem Enkel des Komponisten, mit einer Gruber-Messe aus 1847 gestaltet wurde, segnete Fürsterzbischof Sigismund Waitz den Platz und das Grab.

Landeshauptmann Franz Rehrl betonte nach der Segnung, die Feier solle nicht nur den verstorbenen Komponisten ehren: "Ihr Sinn liegt in der ewigen Friedensbotschaft, die in diesem Lied der ganzen Menschheit verkündet wird", so Rehrl nach dem Bericht des "Volksfreund" ein paar Tage später.


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