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"Stille Nacht!": das Lied aus Österreich kommt in das neue EU-Liederbuch!

Online-Abstimmung: fast 50 % für "Stille Nacht!"

Fast 3000 Österreicherinnen und Österreicher haben online abgestimmt - und "Stille Nacht!" liegt mit fast 50 % in der Kategorie "Glauben und Religion" weit vorn - gefolgt von "In die Berg bin i gern" in der Kategorie "Natur und/oder Jahreszeiten" mit gut 35%! Kein anderes Lied hat in einer der sechs Kategorien mehr als 30 Prozent Zustimmung erreicht!

"Das Weihnachtslied aus Salzburg ist das Lied aus Österreich für das neue Liederbuch der EU!" freut sich Michael Neureiter, Präsident der Stille-Nacht-Gesellschaft: "Wir danken für die starke Unterstützung: Sie bringt auch einen zusätzlichen Schwung für die Vorbereitungen für 2018, wenn es 200 Jahre her sein werden, dass das Lied erstmals in Oberndorf erklang! Wir hoffen, dass damit auch unsere Bewerbung um das EU-Kulturerbesiegel eine neue Dynamik bekommt!"

Insgesamt haben 2991 Personen beim Online-Voting abgestimmt - das ist fast so viel wie in Dänemark, wo das "EU-Songbook" erfunden wurde - in Dänemark gab es 3542 Stimmen. Derzeit läuft die Abstimmung in Griechenland bis in den September.

Vor 4 Jahren wurde "Stille Nacht! Das Lied zur Weihnacht" in die nationale UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Nun kommt das Lied auch in das EU-Liederbuch 2016.

"Das Lied 'Stille Nacht! Heilige Nacht!' kommt in das neue EU-Liederbuch, weil es einen fixen Platz in der europäischen Festkultur hat und zum Welt-Friedenslied geworden ist!" meint Neureiter. "Das Lied aus Salzburg mit den Verbindungen nach Oberösterreich, Bayern und Tirol ist ein europäisches Kulturgut geworden, es verbindet und führt zusammen."

Helmut Brenner von der Kunst-Universität Graz koordinierte die Initiative "EU-Songbook" in Österreich. Hier seine Kurzbeschreibung der sechs erfolgreichen österreichischen Titel.:

Weus'd a Herz hast wia a Bergwerk ist ein Wiener Dialekt-Chanson von Rainhard Fendrich, einem der erfolgreichsten Vertreter des Austropop. Der Titel wurde 1983 erstmals veröffentlicht und gehört heute zu den Klassikern österreichischer Pop-Musik.
(Kategorie "Liebeslied")

Brenna tuat's guat ist ein "Alpenrock" - Song von Hubert von Goisern in oberösterreichischem Dialekt und wurde erstmals 2011 veröffentlicht. Es kritisiert unter anderem die Geldgier der heutigen Zeit und, dass Lebensmittel zu Brennstoff verarbeitet werden, während anderswo Hunger herrscht.
(Kategorie "Freiheits- und/oder Friedenslied")

In die Berg bin i gern wurde erstmals 1884 in "Volks-Lieder aus Kärnten" veröffentlicht sowie 1893 in "20 Kärntnerlieder für den Schulgebrauch". Obwohl das Volkslied in den ersten Editionen Kärnten zugeschrieben wird, ist es heute im gesamten Alpenraum verbreitet.
(Kategorie "Natur und/oder Jahreszeiten")

Kein schöner Land in dieser Zeit wurde erstmals 1840 in "Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen" von Anton Wilhelm von Zuccalmaglio veröffentlicht. Kritiker monierten, dass nicht alle Lieder aus Volksüberlieferung kämen, sondern einige von Zuccalmaglio selbst verfasst worden seien, auch "Kein schöner Land in dieser Zeit". Durch die romantische Volksliedbegeisterung wurde das Lied trotzdem im gesamten deutschen Sprachraum - daher auch in Österreich - sehr populär.
(Kategorie "Volkslied")

Stille Nacht, heilige Nacht ist ein heute weltweit bekanntes, in unzähligen Sprachen gesungenes Weihnachtslied aus Salzburg. Joseph Mohr verfasste 1816 das Gedicht, und Franz Xaver Gruber komponierte 1818 die Melodie. Am Heiligen Abend 1818 ist das Lied in Oberndorf erstmals erklungen.
(Kategorie "Glauben und Religion")

Aber Heidschi Bumbeidschi ist ein in Niederösterreich und Südböhmen aufgezeichnetes Wiegenlied und wurde 1819 in "Österreichische Volkslieder mit ihren Singeweisen" erstmals publiziert. Die sinnlos erscheinenden Anfangssilben "Heidschi Bumbeidschi" könnten Varianten von "Heia Bubbeia" sein, was "Schlaf, Bübchen!" bedeutet. Das Lied steht im Dialekt, es gibt aber auch völlig veränderte spätere Versionen auf Hochdeutsch.
(Kategorie "Kinderlied")

QUOTE Helmut Brenner, Ethnomusikologe an der Kunstuniversität Graz (Österreich) und Autor zahlreicher Publikationen zum Thema Musik und Politik: "Unter dem Titel 'Stimmen der Völker in Liedern' wurde 1807 Johann Gottfried Herders Sammlung von Volksliedern veröffentlicht - der Titel würde auch für das EU-Songbook gut passen. Die EU wird immer mehr zu einer Einheit, doch die Stärke dieser Einheit liegt in ihrer Vielfalt. Wenn das EU-Liederbuch dazu beitrüge, diese Vielfalt ein wenig besser zu verstehen, wäre schon viel gewonnen. Und wenn es dazu beitrüge, dass irgendwann die ?Stimmen der Völker? nicht mehr nebeneinander erklängen, sondern miteinander, noch viel mehr. Wer miteinander singt, schießt nicht aufeinander - was mehr wäre zu gewinnen?".



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