19. November 2018
Joseph Mohr als Hilfspriester 1821/22 in Vigaun, Adnet und Krispl

Unterstützung des Pfarrvikars

„In dieser Region war Joseph Mohr ein Jahr im Seelsorgeeinsatz – als Hilfspriester in Vigaun: Die Aufgabe des ‚Coadjutors‘ war die Unterstützung des Pfarrers (hier durchwegs des Pfarrvikars), die Zuteilung erfolgte durch die Diözesanleitung.“ berichtet Michael Neureiter, Präsident der Stille Nacht Gesellschaft mit Wohnort Bad Vigaun. In diesem Jahr war in Vigaun Johann Cajetan Schmid sein Vorgesetzter, in Adnet war Mohr zur Aushilfe bei Pfarrvikar Joseph Keilhofer, in Krispl bei Pfarrvikar Andreas Bucher. In Vigaun gab es seit 1726 fast ohne Unterbrechung Hilfspriester, in Adnet mit Unterbrechungen, in Krispl keine.

Die Unterstützung des Pfarrvikars durch den/die Hilfspriester bestand in der Spendung der Sakramente und Sakramentalien wie Begräbnisse, Segnungen…. Eng mit der Seelsorge verbunden war auch die Schule: In Vigaun gab es 1861 107 „Wochenschüler“ und 30 „Feiertagsschüler“, in Adnet 115 und 48, in Krispl 95 und 25: Die „Feiertagsschüler“ besuchten die „Wiederholungsschule“ am Samstag bzw. Sonntag.

Die Sakramentenspendung war Aufgabe des Pfarrvikars, Hilfspriester kamen als Aushilfe zum Einsatz. Interessant, dass wir in den Tauf- und Trauungsbüchern von Vigaun 1821/22 keinen einzigen Eintrag des Coadjutors Joseph Mohr finden, wohl aber Einträge von Anton Wind, Hilfspriester in Vigaun, und von solchen aus Hallein.

In Adnet ist Joseph Mohr 1821/22 in einem Eintrag des Taufbuchs und in zwei Einträgen des Trauungsbuchs zu finden, jeweils mit seiner typischen schönen Handschrift.

„Ziemlich intensiv dürfte der Aushilfseinsatz Joseph Mohrs in Krispl im zweiten Halbjahr 1821 gewesen sein: Im Trauungsbuch ist Mohr drei Mal im September und November eingetragen. Im Taufbuch finden wir auf einer Seite von Juni bis Dezember 12 Taufen, die Mohr spendete, und nur zwei von Pfarrvikar Bucher. Mag sein, dass dieser erkrankt war? Ihm folgte schon anfangs 1822 ein anderer Pfarrvikar.“ ergänzt Neureiter.

14 Dienstorte und 16 Lebensorte des Textdichters

Nach seinem einjährigen Dienst in Vigaun mit Adnet und Krispl wurde Mohr nach Anthering und Koppl, später nach Eugendorf und Hof versetzt. In Hintersee war er neun Jahre als Pfarrvikar tätig und in Wagrain bis zu seinem Tod 1848 elf Jahre. Weitere wichtige Orte im Leben Mohrs waren die Stadt Salzburg, wo er geboren und ausgebildet wurde, und Kremsmünster, wo er zwischendurch von 1808 bis 1810 studierte.


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