18. Oktober 2020
Die 300jährige Turmuhr von Arnsdorf

Sauter, Bentele und Fischer sorgten für die Zeit im Dorf

Die traditionsreiche Wallfahrtskirche Maria im Mösel in Arnsdorf, Lamprechtshausen, hat auch ein geschichtsträchtiges Uhrwerk im Turm: Um 1700 vom Salzburger Groß- und Kleinuhrmacher Jeremias Sauter erbaut, wurde es Ende des 18. Jahrhunderts von Johann Bentele und 1890 von Jakob Fischer umgebaut und machte optisch mit vier Zifferblättern und akustisch auf zwei Glocken Dienst, bis sie Ende des 19. Jahrhunderts von einer elektrischen Uhr abgelöst wurde.

Die Restaurierung der Turmuhr ist eine der letzten Maßnahmen der Generalrenovierung: Das Werk wurde ursprünglich von Jeremias Sauter mit einer Spindelhemmung ausgestattet. Johann Bentele baute die Ankerhemmung mit langem Pendel („Englischer Perpentickel“) ein, die noch erhalten ist. Jakob Fischer ersetzte dann die alten Aufzüge mit neuen in Gusseisen, die alten waren vermutlich zu stark abgenützt. Das war die Stunde der Verschraubungen: Vor 1890 wies das Werk nur Keile auf. Es betrieb drei Zifferblätter am Turm und das Orgelzifferblatt, das in die ebenfalls kostbare Orgel aus 1745 integriert ist. Auch die Orgel war ein wichtiger Arbeitsplatz Franz Xaver Grubers.

Die Kostbarkeit im Arnsdorfer Turm wurde nun abgebaut, wird gründlich und behutsam gereinigt, die Oberflächen werden mit einem Spezialwachs gesichert. Das 140 cm breite, 42 cm tiefe und 75,5 cm hohe Werk wird dann am alten „Tatort“ wiederaufgebaut, wo es für Besucherinnen und Besucher im Demonstrationsbetrieb erlebbar sein wird. Der Wiederaufbau wird im Oktober erfolgen. Die restaurierte Turmuhr wird sicher einer der Glanzpunkte des Fests zum Abschluss der Generalrenovierung am letzten Maiwochenende 2021 sein.


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