7. Dezember 2025
Michael Neureiter. Er lacht oder er weint. Der "Krippenjackl" in Hallein und Laufen
Er lacht oder er weint: Der „Krippenjackl“ erlebt wie der Betrachter die Geschichte der Geburt Jesu als Zuschauer. Es ist zum Weinen, die schier hoffnungslose Suche nach einer Unterkunft miterleben zu müssen oder die Szene, wenn die Flucht notwendig ist und Herodes alle Erstgeborenen umbringen lässt. Und es ist zum Heulen, wenn der Krippenjackl auf die Welt voller Konflikte schaut, in der wir leben.
Er kann aber auch lachen und sich freuen, dass die Geburt gelingt, dass die Hirten mit ihren Schafen kommen und dann die Weisen auftauchen, die den neugeborenen Jesus besuchen – die Freude ist ihm anzusehen. Er erlebt wie der/die Beobachter Freud und Leid in der Krippe.
Im „Neuen Krippenlexikon“ charakterisiert Gerhard Bogner den Krippenjackl in alpenländischer Tracht als eine „heitere Heroldsfigur… nach Art der Pulcinella und des Hanswurst“, die den Übergang vom Alltag zur tiefgründigen Wahrheit vermitteln soll: „Der Jackl ist ein Bruder des Bajazzo, Harlekin…“ u.a., aus ihnen mag unser „Kasperl“ entstanden sein? Bogner nennt den Krippenjackl von Laufen und den tänzerischen „Lachenden Michl“ von Amberg.
Jackl wurde erstmals im 14. Jahrhundert in St. Gallen bei einem Weihnachtsspiel erwähnt, wo er als Schalksfigur neben den Darstellerinnen und Darstellern läuft und Freude und Leid verkörpert, er zeigt dabei sein weinendes oder lachendes Gesicht.
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Krippe der Stiftskirche Laufen, vorne mit dem grünen Hut der Krippenjackl © Sieghard Schwedler
Die Krippe der Halleiner Stadtpfarrkirche in der Annakapelle bringt im Hintergrund den Blick auf den Kornsteinplatz und die Halleiner Hausberge, die Barmsteine © Markus Krainbucher
Der lachende und der weinende Halleiner Krippenjackl © Stadtpfarre Hallein