26. November 2019
Tag der Stille Nacht Gesellschaft in Berndorf, Christa Pritz neue Präsidentin

„Das Lied in den Herzen und Köpfen zum Klingen bringen!“

In Berndorf bei Salzburg fand diesmal der „Tag der Stille Nacht Gesellschaft“ statt. Dabei wurde ein neuer Vorstand gewählt, Christa Pritz folgte als Präsidentin der weltweit tätigen Gesellschaft auf Michael Neureiter. Landeshauptmann Wilfried Haslauer betonte den „ernsthaften Umgang“ der Gesellschaft mit dem Kulturgut des Lieds aus Salzburg.

Berndorf wurde als 14. „Trägergemeinde“ in die Stille Nacht Gesellschaft aufgenommen – acht Trägergemeinden liegen im Salzburger Land und je zwei in Oberösterreich, Bayern und Tirol. Bürgermeister Hans Stemeseder erinnerte an die sechs Jahre von 1829 bis 1835, in denen Franz Xaver Gruber als Lehrer, Mesner und Organist in Berndorf wirkte.

Neureiter: „Botschaft der Menschwerdung, Beitrag zur Festkultur, Baustein des Friedens“

Michael Neureiter zog nach zwölf Jahren als Präsident ein Resümee der Entwicklung: „Wir haben unsere Kernaufgaben im Forschen, Vermitteln und Vernetzen so gut wie möglich erfüllt. Und wir haben unseren Leitsatz gelebt: ‚Wir wollen das Lied, seine Herkunft und seine Botschaft in den Herzen und Köpfen zum Klingen bringen!‘. Dabei haben wir auf Tiefgang Wert gelegt und uns auch im Spannungsfeld zwischen Authentizität und Übernutzung eingesetzt.“

Pritz: Welt-Friedenslied und digitale Dienste

Christa Pritz, Kustodin des Museums Mariapfarr, wurde zur neuen Präsidentin gewählt: „Wir möchten neue Impulse zum Thema ‚Welt-Friedenslied Stille Nacht‘ setzen und in der Organisation die digitalen Dienste verstärken!“ betonte Pritz nach der einstimmigen Wahl. Dem neuen Vorstand gehören nach ebenfalls einstimmiger Wahl Josef A. Standl und Josef Bruckmoser als Vizepräsidenten, Hannes Schneilinger als Schriftführer, Renate Schaffenberger als Finanzreferentin und Anton Pürcher als weiteres Vorstandsmigtlied an.

Haslauer: „keine Trivialisierung!“

Landeshauptmann Wilfried Haslauer betonte ein Jahr nach der Landesausstellung „200 Jahre Stille Nacht! Heilige Nacht!“ die Verantwortung der Politik für das kulturelle Erbe, das sie auch aktiv mitgestalten müsse. Zum Stille-Nacht-Lied meinte der Landeshauptmann, man müsse „sehr aufpassen, dass es keine Trivialisierung erlebt,“ und hob den Einsatz der Stille Nacht Gesellschaft dafür hervor. Sie sei „ein beredtes Beispiel der Ehrenamtlichkeit“.

Hochradner: spannende Entwicklung der Mehrstimmigkeit

In seinem Festvortrag „Stille Nacht! in mehrstimmigen Musikkonzepten“ spannte Prof. Thomas Hochradner den Bogen von den zweistimmig gefassten Autographen Joseph Mohrs und Franz Xaver Grubers über die einstimmige „Zillertaler Fassung“ zu dreistimmigen Ausgaben und modernen Interpretationen.

Ehrenmitgliedschaften und Dankurkunden für intensiven Einsatz

Die Zäsur in der Stille Nacht Gesellschaft war auch Anlass für die Ehrung verdienter Persönlichkeiten in der Stille-Nacht-Bewegung: Zum Ehrenmitglied der Gesellschaft wurden insbesondere für ihre organisatorischen Initiativen Franz Doppler (Mariapfarr), Andreas Kinzl (Oberndorf), Eveline Sampl-Schiestl (Hallein) und Peter Schröder (Oberndorf) ernannt.

Mit der Dankurkunde der Gesellschaft wurden insbesondere für ihre inhaltlichen Leistungen zum Lied Max Gurtner (Oberndorf), Anna Holzner (Hallein), Eva Neumayr (Bürmoos), Wolf-Dieter und Reinfriede Prosinger (Mariapfarr) und Martin Reiter (Reith im Alpbachtal) ausgezeichnet.


Stille Nacht Blätter bestellen