Stille Nacht Pfarren

Erzabt Dr. Korbinian Birnbacher OSB, St. Peter, Salzburg

Vortrag bei der Stille Nacht Gesellschaft, Generalversammlung 2018, Oberndorf bei Salzburg, 8. Dezember 2018



Stille Nacht . Eine grenzen-lose Botschaft!

Liebe Mitglieder der Stille Nacht-Gesellschaft,
geschätzter Herr Präsident, liebe Gäste,
sehr geehrte Damen und Herren!

Eigentlich kann man es ja nicht mehr hören, allerorten tönt es aus den Lautsprechern: Stille Nacht. Heilige Nacht! Aber das soll uns nicht beirren ... die grenzen-lose Botschaft dieses Welt-Liedes zu ergründen und für die Gegenwart fruchtbar zu machen.

Es ist jetzt 200 Jahre her – genau gesagt der 24. Dezember 1818 - dass dieses Lied hier in Oberndorf, in der leider nicht mehr stehenden St. Nikolaus-Kirche nach der Eucharistiefeier der Christmette an einem Seitenaltar vor der Krippe zum ersten Mal gesungen wurde: Von seinen Schöpfern, dem Hilfspriester und Verfasser des Textes, Joseph Mohr (1792 – 1848), und dem Kirchenmusiker Franz Xaver Gruber (1787 – 1863), der die Melodie komponiert hatte. Die beiden sangen dieses Lied zweistimmig. Mohr spielte die Gitarre, die noch heute erhalten ist.

Joseph Mohr, 1815 zum Priester geweiht, hatte den Text aber bereits zwei Jahre früher niedergeschrieben, 1816 auf seiner ersten Dienststelle als Hilfspriester in Mariapfarr im Lungau, also in einer anderen Ecke „an den Rändern“ der Erzdiözese Salzburg. Er hatt diesen Text nach Oberndorf bereits mitgebracht. Es war ein Gedicht mit sechs Strophen. Mohr und Gruber haben immer genau diese Textversion verwendet ... auch bei späteren Überarbeitungen. Zum Welterfolg wurde das Lied aber in der uns geläufigen Version mit drei Strophen und mit einer Umstellung in der Abfolge der Strophen. Das 200-jährige Jubiläum seiner Uraufführung sollen Anlass sein, einen genaueren Blick auf dieses Lied und insbesondere auch auf den Text in seiner ursprünglichen Gestalt zu werfen.

Bezug zu St. Peter

Warum aber ich als Erzabt von St. Peter zu diesem Vortrag heute hier eingeladen wurde, hat vermutlich damit zu tun, dass Joseph Mohr eine gewisse Verbindung mit St. Peter hatte. Er wurde als armer Seminarist in den Stiftschor St. Peter aufgenommen, um wenigstens etwas mehr Taschengeld zur Verfügung zu haben. Er sollte gerade als lediges Kind armer Eltern besonders sensibel werden für soziale Fragen. Immer wieder wird er Initiativen ergreifen, um die große Not seiner Zeit nach den Napoleonischen Koalitionskriegen zu lindern: Ob es nun die Gründung von Schulen für Kinder armer Leute ist oder die Stiftung von Armenkassen, die die ärgste Not lindern sollten. Er selbst sollte als Pfarrer von Wagrain so arm und mittellos sterben wie er auf die Welt gekommen ist. Und dann ist da noch die berühmte „Authentische Veranlassung“, die Franz Xaver Gruber am 30. Dezember 1854 - durchaus im Zorn! – verfasste, weil man die Urheber und Schöpfer dieses mittlerweile weltberühmten Liedes nicht mehr wusste, und weil man von Seiten der Königlich Preußischen Hofkapelle in St. Peter anfragte, ob nicht Johann Michael Haydn der Urheber sei.

Grenzenlos

Das Welt-Lied „Stille Nacht!“ geht nach seiner Erstaufführung grenzenlose Wege. Dem wollen wir ein Stück weit in diesem Vortrag nachgehen. Natürlich musste dieses Lied hier in Oberndorf erstmals erklingen! Warum? Weil die ehemals Salzburgische Schifferstadt Laufen 1816 geteilt wurde und die Salzach, dieser Fluss, der ursprünglich die beiden Teile Laufens verband, nun diese Stadt nach dem Wiener Kongress trennte. Die eine Seite war jetzt bayerisch, die andere Salzburgisch, d. h. österreichisch. Eine Stadt, die jahrhundertelang durch eine Brücke verbunden war, wurde auseinandergerissen, und die Stadt Laufen, bzw. Oberndorf, wurde zur Grenz-Stadt! Das war 1818 noch ganz frisch im Bewusstsein der Bevölkerung. Man musste jetzt an der Salzach „über-setzen“, d. h. also nicht nur über die „natürliche“ Grenze des Flusses, sondern auch über die inzwischen staatlich gewordene Grenze gehen, wenn man zu den „anderen“, die doch jahrhundertelang die „unseren“ waren, gelangen wollte.

Das scheint mir doch auch eine wichtige Metapher zu sein für das, was aus diesem wunderbaren Lied „Stille Nacht!“ geworden ist. Wenn wir heuer 200 Jahre Stille Nacht feiern, dann natürlich nicht in erster Linie, weil wir als Salzburger Land quasi „geistigen Besitzanspruch“ anmelden, sondern, weil dieses Lied tatsächlich grenzen-los ist, nicht nur Weltkulturerbe ist, sondern auch eine grenzenlose Botschaft beinhaltet. Wie kein anderes Lied wird es nicht nur von den Christen zur Weihnacht, zum Fest der Menschwerdung gesungen ... sondern auch von anderen Religionen und Kulturen, wenn es darum geht, das Mensch-Sein und Mensch-Werden in den Mittelpunkt zu stellen. Dieses Lied, so habe ich kürzlich erfahren, wird z. B. in über hundert Sprachen auch bei Beerdigungen gesungen, bei Trauungen, bei großen öffentlichen Festen oder auch zu familiären Anlässen. Dieses Lied hat nicht nur politische Grenzen überschritten, sondern in den Weltkriegen auch Kampflinien überwunden und Frieden gestiftet ... zumindest bei den betroffenen Soldaten an der West-Front. Leider hat der beschränkte Verstand der Kriegstreiber sehr schnell wieder den weihnachtlichen Frieden zerstört und noch größeres Unheil über die Menschheit gebracht!

Dieses Lied von der „Stillen Nacht“, das so viel Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit zum Inhalt hat, konnten selbst die schrecklichsten Verächter der Menschheit und der Menschlichkeit nicht missbrauchen. Das „Grenzen-Lose“ dieses Liedes begegnet uns aber weniger in der heute geläufigen, verkürzten und auf die Weihnachtsgeschichte ausgerichteten, dreistrophigen Fassung, sondern in der sechsstrophigen Originalfassung. Wir gehen also den Weg zurück von der Gegenwart in die Entstehungszeit.

Umstellung und Kürzung

Der Weg zum weltweiten Erfolg des Liedes „Stille Nacht!“ geht über seine Rezeption im protestantischen Raum. Hier überschreitet also ein erstes Mal dieses Lied Grenzen, nämlich die konfessionellen Grenzen! Zillertaler Sänger - die „Geschwister Rainer“ - haben das Lied 1831 auf der Neujahrsmesse zu Leipzig als „Tyroler Lied“ gesungen und dafür viel Beachtung gefunden. Sie hatten die Textgestalt aber grundlegend verändert. Sie sangen von den sechs Strophen des Originals nur noch drei und stellten dabei auch noch die Reihenfolge um. Nach der ersten Strophe kam jetzt die letzte Strophe und dann erst die zweite.

Damit wurde aus der Weihnachtsbetrachtung Joseph Mohrs ein Lied mit der Weihnachtsgeschichte. In dieser Fassung wurde das Lied zum Welterfolg. Bereits 1832 in Dresden gedruckt, verbreitet es sich rasch bis nach Berlin und Hamburg. Dort hat Johann Hinrich Wichern (1808 – 1881) den Dresdner Druck in sein Liederbuch aufgenommen. Wichern war ein namhafter Vertreter der Erneuerungsbewegung der „Innern Mission“ im protestantischen Deutschland des 19. Jahrhunderts. Er war der Begründer von Häusern für heimatlose und verarmte Jugendliche. Das erste dieser Häuser begründete er in Hamburg und nannte es das „Raue Haus“. Ihm war es ein großes Anliegen, seinen Schützlingen durch familiäre Atmosphäre Halt zu geben. Dazu gehörten auch die religiöse Praxis und vor allem der gemeinsame Gesang. Er hat auch den Adventkranz mit den vier Kerzen eingeführt, um mit den nacheinander anzuzündenden Kerzen der Erwartung des Weihnachtsfestes ein sinnfälliges Zeichen zu geben, um diese kalte und raue Wirklichkeit mit menschlich-herzlicher Wärme und liebenswürdiger Menschlichkeit zu erfüllen. Wichern hat für seine Hausgemeinschaft ein Liederbuch drucken lassen, ganz in der protestantischen Tradition der biedermeierlich-häuslichen religiösen Feiern. Und für das Weihnachtsfest hat er das über Leipzig und Berlin sich verbreitende Lied „Stille Nacht!“ aufgenommen. „Stille Nacht“ hat mit dieser ersten Grenze vielleicht sogar die schwierigste Grenze überschritten ... die Grenze der christlichen Konfessionen!

Weihnachtsgeschichte oder Weihnachtsbetrachtung?

Die von den Zillertaler Sängern vorgenommene Änderung der Textgestalt begründete und ermöglichte den Erfolg des Liedes. Drei Strophen kann man sich merken, und dieses Lied erzählt jetzt die Weihnachtsgeschichte: das Kind in der Krippe, der Gang der Hirten, Jesus bzw. Christus als der Retter. Mit ihrer Hinwendung zur Weihnachtsgeschichte liegt diese Liedfassung ganz im Trend der Zeit, in der alles zur Geschichte wurde und als Geschichte wahrgenommen wurde. Historismus ist die geläufige Epochenbezeichnung dafür, die eigentlich nur altbewährte Stile kopierte und keine Kraft für Innovatives hatte. Und das Erzählen der Weihnachtsgeschichte gehörte zum festen Bestandteil der sich im Protestantismus verbreitenden biedermeierlichen, häuslichen Weihnachtsfeiern.

Joseph Mohr aber ist es in seinem betrachtenden Gedicht zur heiligen Nacht nicht um eine Geschichte gegangen, sondern um etwas anderes. Er wollte nicht die Weihnachtsgeschichte nacherzählen, sondern das tiefe Geheimnis der Menschwerdung Gottes betrachten, ausgehend vom allgemein geläufigen Bild der Krippe, in dem die Weihnachtserzählung sich hineingestaltet hat. Mohrs Lied ist eine Krippenbetrachtung. Betrachtung aber ist dabei nicht irgendein Hinschauen. Als Betrachtung bezeichnet man eine ganz bestimmte Gebetspraxis, die Mohr als Seminarist (von 1811 bis 1815) in Salzburg kennengelernt und eingeübt hat. Neben dem Breviergebet und der Schriftlesung war und ist die Betrachtung Teil der täglichen geistlichen Praxis tridentinisch geprägter, katholischer Priester und Ordensleute. Diese Praxis ist heute zwar nicht einfach verschwunden, sie wird aber eher in der Form der Lectio divina oder als Meditation gepflegt. Die Betrachtung folgte immer einer Methode. Die bekannteste und einflussreichste Form stellt die von Ignatius von Loyola im Rahmen seiner Exerzitien entwickelte dar. Daneben gab es viele Varianten, bedeutsam ist auch jene der französischen Schule von Saint-Sulpice, die die Betrachtung als „oraison mentale“ verstand, was man am ehesten mit „überlegendes Gebet“ übersetzen könnte. Den verschiedenen Methoden gemeinsam aber ist die Grundstruktur der Betrachtung. Ausgehend von einem bestimmten Glaubensgeheimnis, einer Bibelstelle, einem liturgischen Text oder aber auch einem Andachtsbild, versucht der Betrachtende den Kontext seines Betrachtungsgegenstandes zu erfassen und seinen Zusammenhang mit dem einen großen Mysterium des Glaubens auszuloten.

Als Kontext kamen die Schrift, die Liturgie, das Lebenszeugnis der Heiligen und die gelebte kirchliche Tradition in den Blick. Dabei sollte das Augenmerk immer auch auf die praktischen Folgen des Betrachteten gerichtet sein. Die morgendliche Betrachtung sollte der gelebten Nachfolge den ganzen Tag hindurch dienen. Mit seinem sechstrophigen Lied hat Joseph Mohr auch die Grenzen der damals üblichen Spiritualitätspraxis überschritten ... es ging ihm nicht mehr um ein Für-sich-selbst-Betrachten, sondern er öffnete den Blick für alle Menschen, die ihm als Seelsorger anvertraut sind. Deshalb wird diese Betrachtung mit einer schlichten, aber bewegenden Melodie unterlegt und wird dadurch letztlich zum universalen Lied. Begleitet wird dieses Lied nicht mit feierlichem Orgelklang – obwohl das auch funktionieren würde! – sondern – und hier handelt es sich wieder um eine Grenzüberschreitung! – mit dem damals übel beleumundeten Wirtshausinstrument, der Gitarre!

Man dann das aus dogmatisch, konservativ, kirchlich-ritueller Sicht als veritablen Skandal bezeichnen ... oder aber auch aus offen pastoraler Sicht als geniale Überwindung von Grenzen, die uns in unserer Erfahrung und Empfindung das Herz öffnen für diese unerhörte Botschaft: dass Gott selbst die größte Grenze überschreitet, SEINEN göttlichen Bereich verlässt und auf diese Erde kommt, als Mensch, als einer von uns!

Betrachtung vor der Krippe

Dieser Methode der „oraison mentale“ also folgte auch Joseph Mohr Strophe für Strophe in seiner Weihnachtsbetrachtung vor der Krippe. Ausgangs- und Endpunkt ist die Erzählung der Geburt Jesu im Lukasevangelium, wie sie in den vielfältigen Weihnachtsbildern ihren Niederschlag gefunden hat. „Stille Nacht!“ ist somit eine Krippenbetrachtung. Gesungen wurde dieses deutschsprachige Lied dann erstmals 1818 vom Dichter Joseph Mohr zusammen mit dem Komponisten F. X. Gruber ... nach der lateinischen Christmette vor der am Seitenaltar aufgestellten Krippe! Auch das war revolutionär, denn damals rang die Kirche in den deutschsprachigen Ländern um die Verwendung der Volkssprache in den liturgischen Gesängen. Da gab es konservative Bewahrer der Tradition und aufgeschlossene Progressisten, wie Mohr sicherlich einer war, die die christliche Botschaft und Liturgie den Menschen ihrer Zeit näher bringen wollten.

Wir wollen jetzt Joseph Mohr in seiner „grenzen-losen“ Betrachtung der „Stillen Nacht!“ Strophe für Strophe folgen. Zunächst:

1. Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute heilige Paar,
Holder Knab’ im lockigten Haar,
Schlafe in himmlischer Ruh!
Schlafe in himmlischer Ruh!

Die erste Strophe erfasst das Bild der Krippendarstellung nach der Erzählung des Lukasevangeliums. Ein Neugeborenes, von der Mutter in Windeln in eine Futterkrippe gelegt. Im Haus war kein Platz. Die Eltern hüten den Schlaf des Kindes. Dass es Nacht ist, wird im Evangelium bei den Hirten gesagt. Sie halten Nachtwache bei ihren Herden, als ihnen der Engel des Herrn erscheint. Das Thema der Nacht, der „hochheiligen Nacht“, ist prägend für die Liturgie des Weihnachtsfestes. Es gibt eine besondere Messe in der Nacht. Der Vers des Introitus des Sonntags in der Weihnachtszeit (Dum medium silentium) ist dem Buch der Weisheit entnommen (18,14): „Als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht bis zur Mitte gelangt war, da sprang dein allmächtiges Wort vom Himmel, vom königlichen Thron herab.“ Es liegt darin ein Anklang an die andere große Nacht, die Osternacht. Wenn die Nacht zum Tag, zum leuchtenden Licht, zum Glanz wird, dann werden die Grenzen überwunden, dann wird nichts mehr ausgeschlossen.

Der Blick ist auf das erzählte Geschehen im Stall gerichtet, wo die Futterkrippe steht. Es ist der Blick auf eine zutiefst menschliche Szene. Sie weckt den Wunsch, dass es dem Kind gutgeht. Es ist aber ein besonderes Kind. Die Haarpracht, das lockige (im Original heißt es immer „lockigt“) Haar, lässt es erahnen. In der Pfarrkirche von Mariapfarr befindet sich am Hochaltar das gotische Tafelbild, das die Anbetung der Weisen zeigt. Und das Kind hat einen auffallenden blonden Lockenschopf. Das ist alte ikonographische Tradition. Im Psalm 45, der in der Weihnachtszeit oft gebetet wird, heißt es „du bist der Schönste von allen Menschen“. Schönheit ist ein göttliches Attribut. Und von David heißt es bei seinem ersten Auftreten vor dem Propheten Samuel: „David war blond, hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt“ (1 Sam 16,12). Der Engel Gabriel hatte Maria verkündet, dass Gott ihrem Sohn, den sie Jesus nennen sollte, den Thron seines Vaters David geben wird. Die Schönheit überwindet Grenzen, der Hirte David bezwingt den Riesen Goliath und wird zum König gesalbt. Gott wählt das Unerhörte, das menschlich oft Unmögliche aus, um das Banale zu überwinden. Ein weiterer Schritt dieser grenzenlosen Botschaft!

Der Name „Jesus“

Aber was hat es mit diesem schönen, blonden Knaben auf sich? Welches Geheimnis verbirgt oder offenbart sich in ihm? Dem wendet sich die zweite Strophe zu.

2. Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Gottes Sohn! O! wie lacht
Lieb’ aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund;
Jesus! in deiner Geburth!
Jesus! in deiner Geburth!

Der „Knab’ im lockigten Haar“ ist Gottes Sohn. Maria (nach Lukas) und Josef (nach Matthäus) wurde das Kind vom jeweiligen Engel als Gottes Sohn verheißen, und ihnen wurde aufgetragen, ihm den Namen Jesus zu geben. Jesus bedeutet „Gott rettet“ ... und damit ist Jahwe gemeint, der Gott, der da ist! So ist die Geburt des Sohnes, der den Namen Jesus bekommt, der Anbruch der Rettung, „die rettende Stund’“. Mohr hat im Brevier in der Weihnachtsvigil den Psalm 2 gebetet, wo es vom Gesalbten des Herrn heißt: „Du bist mein Sohn. Heute habe ich dich gezeugt.“ Dieser Psalmvers ist auch der Introitus- und Halleluja-Vers der Messe in der Nacht (Dominus dixit). Ebenso war der Psalm 45 Teil der Vigil im Brevier. Hier wird die göttliche Vermählung besungen, wo es vom Bräutigam, „dem schönsten von allen Menschen“ heißt: „Anmut ist ausgegossen über deine Lippen; darum hat Gott dich für immer gesegnet.“ Im lateinischen Original betete Mohr: „Diffusa est gratia in labiis tuis“, ein Vers, der in der Liturgie häufig verwendet wird. Die Gnade ist Gottes Liebe. Die Lippen des Bräutigams sind voll „Liebreiz“, wie man früher auch gerne sagte. Die Verehrung des Namens Jesu, die seit dem Mittelalter besonderer Teil der franziskanischen Spiritualität war (vgl. v. a. Bernardin von Siena!), aber auch von Ignatius von Loyola aufgegriffen wurde („Gesellschaft Jesu“ nannte er seine Ordensgemeinschaft), hatte ihren stärksten Text im Hymnus des Philipperbriefes. Dort heißt (Phil 2, 10) es: „... damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“. Der Vers war der Introitus des Namen-Jesu-Festes, das am Sonntag nach Epiphanie gefeiert wurde.

Johann Hinrich Wichern hat den Namen Jesus durch Christus ersetzt: Christ der Retter ist da! Das steht in der Tradition von Luthers „solus Christus“ und entspricht dem Empfinden protestantischer Theologie seiner Zeit. Die beginnende kritische Erforschung des „Lebens Jesu“ - also der Geschichte! - und dem „Christus des Glaubens“ - hier ist die kerygmatische Bedeutung gemeint! - nahm damals ihren Lauf. Aus dieser Sicht kommt die Rettung durch Christus. Und wieder sehen wir: Hier werden menschliche Grenzen überwunden!

Goldener Himmel

Die rettende Stunde in der Geburt Jesu, des Sohnes Gottes, schlägt nicht nur uns, sondern der ganzen Welt. Das gläubige Bedenken der Bedeutung dieser Geburt treibt weiter. Es kommt die ganze Welt ins Spiel. Darum geht es in der dritten Strophe.


3. Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Die der Welt Heil gebracht;
Aus des Himmels goldenen Höh’n,
Uns der Gnade Fülle läßt seh’n
Jesum in Menschengestalt!
Jesum in Menschengestalt!

Der Johannesprolog, aus dem das Evangelium der Weihnachtsmesse am Tag genommen ist, klingt hier durch. Jesus, das Wort in Menschengestalt, bringt die Fülle der Gnade aus der Herrlichkeit Gottes. Die Verbindung von Himmel und Gold ist wiederum ikonographische Tradition, besonders in der gotischen Tafelmalerei. So ist der Himmel über der Szene der Anbetung der Weisen auf dem Flügelbild des Hochaltars von Mariapfarr golden, ebenso wie der Himmel in der Szene der Aufnahme Mariens in den Himmel auf demselben Altar. Mohr hat unter diesen Bildern immer wieder die Messe gefeiert. Die Grenzen zwischen Himmel und Erde lösen sich hier auf, Gott und Mensch begegnen einander und auch die Grenzen der Länder und Kontinente lösen sich hier auf. Und erneut die grenzenlose Botschaft: Gott kommt zur Welt, nimmt menschliche Gestalt an!

„als Bruder ... umschloss Jesus die Völker der Welt“

Das Heil der Welt ins Praktische gewendet ist das Heil der Menschen. Die praktische Anwendung des Betrachteten war wesentlicher Bestandteil der Betrachtung. Dazu kommt das Lied jetzt in der vierten Strophe:

4. Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß
Und als Bruder huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt!
Jesus die Völker der Welt!

Auch die Themen dieser Strophe sind johanneisch. „Allen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden“, er, „der Einzige, der am Herzen des Vaters ruht“ (Joh 1,12.18). Zu Nikodemus wird Jesus sagen (Joh 3,16): „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn dahingab, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“ Und schon im zweiten Psalm heißt es nach der Proklamation: „Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt. Fordere von mir, und ich gebe dir die Völker zum Erbe.“ Der politische Hintergrund dieser Strophe ist deutlich, die leidvollen Folgen der Napoleonischen „Völkerschlachten“ prägten noch die Gegenwart, gerade im Salzburgischen. Bei den Völkern - in kriegerischer Auseinandersetzung entzweit! - ist die Weihnachtsbotschaft noch nicht angekommen. Und Jesus, von der Erde erhöht, wird alle an sich ziehen (vgl. Joh 12,32). Das Weihnachtsgeheimnis, die Geburt Jesu in Menschengestalt, verpflichtet zum Frieden, zur Bruderschaft der Völker angesichts des einen Vaters im Himmel.

Blick in die Tiefe der Zeit

Nach der Ausdehnung der Bedeutung der Geburt Jesu auf die Welt und die Völker folgt als weitere Überlegung in der fünften Strophe der Blick in die Tiefe der Zeit. Diese Geburt ist nicht unerwarteter Zufall. Sie ist die Erfüllung einer schon lange gegebenen Verheißung.

5. Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreyt,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß!
Aller Welt Schonung verhieß!

Aus der Tiefe der Zeit kommt das Geheimnis der Heiligen Nacht. Bis in den Abgrund der Schuld, die nach einer in den Psalmen häufig gebrauchten Wendung Gottes Grimm, bzw. Zorn nach sich zieht, reicht das Heilsgeschehen der Weihnacht. Wo Schuld zerstörte, gab es immer schon Heilsverheißung: bei der Vertreibung aus dem Paradies die Verheißung, dass einer geboren werden würde, der der Schlange den Kopf zertritt, nach der Sintflut der Gottesbund im Regenbogen, der die Welt verschonen wird, nach der Untreue des Volkes Israel die Verheißung eines Neuen Bundes.

„Jesus, der Retter ist da!“

Nach der Betrachtung der Weite und der Tiefe, aber auch der Verpflichtung des Geheimnisses, das in der Geburt des „Knaben im lockigten Haar“ liegt, kehrt der Betrachtende in der abschließenden sechsten Strophe zum Ausgangsbild zurück. Nun kommen die Hirten in den Blick, die durch die Botschaft und den Lobgesang der Engel als Erste auf den Weg gebracht wurden. Aber eben als Erste, nicht als Einzige. Die ihnen zuteil gewordene Botschaft findet ihren Weg zu allen Betrachtern einer Krippe, ob fern oder nah: „Jesus, der Retter ist da!“

6. Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel „Hallelujah!“
Tönt es laut bey Ferne und Nah:
„Jesus der Retter ist da!“
„Jesus der Retter ist da!“

Zum Welterfolg wurde die Textfassung der Zillertaler, die kürzten und die Strophen anders gereiht haben, als Joseph Mohr sie geschrieben hatte. Sie besingen so die Weihnachtsgeschichte. Daran wird sich und muss sich auch nichts ändern. Trotzdem bleibt die Einladung, sich von Zeit zu Zeit von Joseph Mohr zu seiner Weihnachtsbetrachtung durch die sechs Strophen des Originals führen zu lassen. Und dies besonders heuer zum 200-Jahr-Jubiläum dieses Welt-und Friedens-Liedes.

Sehr geehrte Damen und Herrn, man könnte noch so vieles über dieses Lied sagen und schreiben, über seine grenzenlose Botschaft, aber auch über den Mangel und die große Not im Kontext der Entstehungsgeschichte dieses Welt-Liedes. Dieses Lied konnte nur hier entstehen, „an den Rändern der Gesellschaft“ und den Grenzen der hoheitlichen Bereiche zwischen Bayern und Österreich. Unscheinbar trat dieses Lied in die Welt, in einer Zeit als die Not der Napoleonischen Zeit noch so greifbar nahe war, wo der „Sommer ohne Sonne“ keine ordentliche Ernte hervorbringen ließ, wo ein Großteil der nahe gelegenen Stadt Salzburg durch einen gewaltigen Brand zerstört und infolgedessen zahlreiche Menschen ohne ein festes Dach über dem Kopf in einen kalten Winter gehen mussten. In einer solchen Zeit der Not fällt die grenzen-lose Botschaft dieses weltberühmten Liedes Stille Nacht! Und die Botschaft wurde gehört, weil Stille Nacht ein leises, ein demütiges Lied ist. Es beinhaltet aber in seinen leisen Tönen eine grenzen-lose Botschaft, die eine geradezu revolutionäre Sprengkraft und Energie in sich birgt. Nur so konnte das bescheidene Krippenlied die ganze Welt erobern!








Erzbischof Dr. Franz Lackner OFM, Salzburg

Ansprache zur Eröffnung des Stille-Nacht-Jahrs 2018 am 03 12 2017 in Wagrain

Stille Nacht – Einsamkeit und Wachsamkeit!

Ein Lied geht um die Welt! Es gibt mit großer Wahrscheinlichkeit nichts Vergleichbares, dass ein Lied über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg Anklang findet. Ob klein oder groß, ob Profimusiker oder Zuhörer, alle singen oder hören dieses Lied mit Andacht.

Es gibt meines Wissens auch kein Lied, das so sehr an eine bestimmte und geprägte Zeit gebunden ist wie das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht!“ Es wird nur in der Weihnachtszeit gesungen und gespielt. Dazu ein Vergleich: Die Oper „Cavalleria rusticana“ spielt an einem Ostermontag, dennoch wird diese Oper das ganze Jahr über aufgeführt.

Es gibt nur einen Ort auf der Welt, wo das Lied „Stille Nacht“ auch das Jahr über gesungen werden kann, das ist in Bethlehem in der Geburtsgrotte. Es ist interessant, niemand hat das so vorgeschrieben, die Menschen scheinen zu wissen, zu ahnen: Dieses Lied gehört in eine geprägte Zeit, es ist zu einer menschlich-göttlichen Hymne geworden.

Es besingt eine Einsamkeit, die tief im Menschen gespürt wird: „Alles schläft, einsam wacht ...“. Es gibt diese zutiefst menschliche Grunderfahrung, wenn rundherum alles zu schlafen scheint, nur ein Ich ganz allein wachen muss: tiefe Trauer, höchste Verliebtheit, schwerste Enttäuschung oder größtes Glück.

Johannes Duns Scotus, ein franziskanischer Philosoph, beschreibt einmal den Menschen: „Persona est ultima solitudo!“ Personsein bedeutet letzte Einsamkeit. Und zwar aus einem Grund allein, weil sie so einzigartig ist. Jeder Mensch ist ein einmalig-einzigartiges Wesen, im Letzten nicht vergleichbar und schon gar nicht kopierbar!

Darum legt die Kirche so großen Wert auf Lebensschutz. Darum dürfen wir einen Menschen auch nicht ganz abschreiben; egal, was seine Geschichte, Herkunft oder Kultur ist! Der Mensch ist immer für Überraschungen gut. Ich kann jemanden über lange Zeit kennen, und doch bleibt er/sie im Innersten anders und neu.

Einsamkeit und Wachsamkeit gehören zusammen. Diese zutiefst menschliche Grunderfahrung ist zuinnerst auch göttlich inspiriert: Es ist schon interessant, dass die Menschwerdung Gottes nicht im Zentrum, sondern an der Peripherie stattgefunden hat, nicht in Jerusalem, der Heiligen Stadt, wo der Tempel stand, wo alle religiöse Kompetenz versammelt ist – nein, nicht dort, sondern in Bethlehem, gleichsam im toten Winkel von Jerusalem, haben sich Himmel und Erde innerlich berührt: „... da uns schlägt die rettende Stund‘, Jesus, in deiner Geburt.“

Verstärkt wird dieser Gedanke noch dadurch, dass nicht die eigentlich für religiöse Belange Zuständigen das Ankommen wahrgenommen haben. Sie waren wahrscheinlich nicht einsam, konnten sich gemächlich auf einer wohldurchdachten Lehre ausruhen, darum mussten sie auch nicht wachsam sein. Hirten werden in alten rabbinischen Texten mit Räubern und Dieben in einem Atemzug genannt. Aber sie konnten wachsam sein! Sie hielten Nachtwache bei ihrer Herde. „Hirten erst kundgemacht durch der Engel Halleluja: Jesus, der Retter ist da!“

Was bedeutet das für uns? Fliehen wir nicht die Einsamkeit! Der eigentliche Feind des Menschen ist die Oberflächlichkeit, die Gedankenlosigkeit. Hannah Arendt nennt dies „die Banalität des Bösen“. Einsamkeit macht wachsam, aufmerksam für das, was kommen möchte.

Wir beginnen mit dem heutigen Tag die Adventzeit, das ist eine Zeit, in der wir uns einüben wollen in die Stille, die Zurückgezogenheit und ein Stück weit auch in das Einsamsein. Nur so werden wir unsere Einzigartigkeit ein wenig mehr entdecken können, aber auch jene unserer Mitmenschen; und nur so gelingt gemeinsames Leben und Dialog, aus Respekt, in Ehrfurcht und Verantwortung füreinander. Nur so kann der heutige Menschen auch Gott entdecken: „durch der Engel Halleluja“. Dazu ermutigt das Evangelium des ersten Adventsonntag: „Seid wachsam!“


Weihbischof Dr. Hansjörg Hofer, Salzburg

Predigt zur Eröffnung der Stille-Nacht-Landesausstellung in Arnsdorf, 30. Sept. 2018

Liebe Schwestern und Brüder!

Als ich vor einigen Jahren unsere Partnerdiözesen Daegu in Südkorea und San Ignacio in Bo-livien besucht habe, habe ich mich in den dortigen Kirchen und bei den Gottesdiensten sofort zu Hause gefühlt. Durch die vertrauten Zeremonien, Riten und die bekannten Gesänge wur-de mir bewusst: die Kirche ist eine weltumspannende Gemeinschaft. - Ähnlich völkerverbin-dend ist das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“! Es wird überall auf der ganzen Welt gesun-gen. Es verbindet Völker, Nationen und Kontinente. Es verbindet die Welt. Faszinierend!

Und noch etwas: Das Lied „Stille Nacht“ weckt in uns Empfindungen, Gefühle und Erin-nerungen, die weit in unsere Kindheit zurückreichen. Es gehört einfach zu Weihnachten. Es berührt unsere Herzen! Es erzeugt eine Atmosphäre, ein Feeling, das wir mit einer bestimm-ten Romantik und Idylle verbinden.

Aber ob diese „heilige Nacht“ damals vor 2000 Jahren wirklich so idyllisch gewesen ist? Für Maria und Josef waren die äußeren Umstände alles andere als eine Idylle. Die Bedin-gungen dieser Geburt waren hart. Und übrigens: Gebären war damals mit einem hohen ge-sundheitlichen Risiko verbunden. Deswegen haben die Frauen der Bibel voller Gottvertrauen um eine glückliche Geburt gebetet. - Wie „still“ das alles damals gewesen ist, sei dahinge-stellt. Einsam und verlassen, abgeschoben und ausgesperrt waren sie! Und „heilig“? Ja, das schon, und zwar deswegen, weil der heilige Gott selber eingegriffen hat und dahintersteht.

Außerdem haben nur ganz wenige davon Notiz genommen, was in dieser „heiligen Nacht“ geschehen ist. Eigentlich nur die Engel und die Hirten. Doch im Grunde ist es fast immer so, dass sich die wirklich bedeutenden Ereignisse zwischen Gott und den Menschen kaum auf der offenen Weltbühne ereignen, sondern vielmehr abseits; abseits des Trubels und der Hektik, abseits der breiten Öffentlichkeit; eben dort, wo der Mensch mit seinem Gott allein ist!

Auffallend ist zudem, dass im Lied „Stille Nacht“ Maria und Josef nicht erwähnt werden. Einzig und allein das Mysterium, das Geheimnis ist wichtig:

„Jesus der Retter ist da“! Das ist die eigentliche Botschaft dieser „heiligen Nacht“! Und die-ser Retter ist Gottes Sohn, wie es in der 2. Strophe heißt. ER hat der Welt das Heil gebracht. Deswegen ist er auch der Heiland, eben Jesus in Menschengestalt, wie es der Dichter ausge-drückt hat.

Liebe Schwestern und Brüder!

Es waren zwei einfache Leute, die diese unfassbare Botschaft, diese Heilsbotschaft, dieses göttliche Mysterium der Menschwerdung Gottes für uns übersetzt haben, sodass es alle Menschen guten Willes, auch die Kleinen und Ungebildeten ja selbst die Kinder verstehen bzw. erahnen können, und zwar der damals völlig unbekannte Hilfspriester Joseph Mohr und der ebenso wenig bekannte Lehrer und Organist Franz Xaver Gruber! Sie haben diese gera-dezu revolutionäre Botschaft von der Geburt des Gottessohnes in Menschengestalt in Text und Ton gegossen und das im Grunde Unsagbare so verpackt, dass es für uns ein bisschen zumindest verständlich wird und zu Herzen gehen kann. Und wie wir jetzt im Nachhinein feststellen können, haben sie dabei glücklicherweise die Seele der Völker getroffen oder?

Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber waren also „Sprachrohr Gottes“, Gottes Werkzeu-ge, seine verlängerten Arme, um Gottes Großtat unter das Volk zu bringen. – Ob nicht auch da die „Pädagogik Gottes“ dahintersteht? Denn Gott erwählt nicht die ganz Großen und Ein-flussreichen, um in das Weltgeschehen einzugreifen. Denken wir nur an Lourdes, Fatima o-der auch Medjugorje. Überall waren es ganz einfache Menschen, die Gott sozusagen einge-spannt hat! Wieso eigentlich? Der Apostel Paulus sagt es so: „Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen und das Niedrige in der Welt, damit kein Menschen sich rühmt vor Gott“ (1 Kor 1,27ff)!

Niemand wüsste heute noch etwas von diesen beiden Männern, wenn sie nicht diesen Text und diese Melodie „erfunden“ hätten! Nein, es war keine Erfindung, sondern wohl eher eine Inspiration! Ihnen sind diese Worten und Noten auch nicht „eingefallen“, sie haben sie vielmehr „geschaut“! Es war also eine göttliche Schau und Eingebung. Gott bedient sich eben der Kleinen und Demütigen und der gläubigen Menschen. Und Mohr und Gruber gehören zu ihnen.

Liebe Schwestern und Brüder!

In der Weihnachtsausgabe der Salzburger Nachrichten des Jahres 2015 habe ich gelesen: „Zufällig“ stieß der Zillertaler Orgelbauer Karl Mauracher in der Oberndorfer Kirche auf das Lied „Stille Nacht“. Und bei diesem „zufällig“ bin ich hängen- und steckengeblieben.

Doch war es Zufall, dass die dortige Orgel kaputt war? War es Zufall, dass Joseph Mohr als Hilfepriester nach Mariapfarr kam und am dortigen Altarbild das Kind mit lockigem Haar sah? Dass die Zeit damals schlecht war; dass sich das Volk nach dem Heil gesehnt hat; dass Joseph Mohr nach Oberndorf versetzt wurde; dass er dort den Lehrer Franz Xaver Gruber kennengelernt hat? War es Zufall, dass Mohr ein Gedicht in der Schublade hatte und Gruber ein Musikus gewesen ist; dass er dieses Gedicht vertont hat und dass dieses Lied dann am 24. Dezember 1818 zum ersten Mal gesungen wurde? usw. usf.

Ob das alles wohl so „zufällig“ geschehen ist? So wie der Erfolg ist auch der Zufall keiner der Namen Gottes! Zufall ist vielmehr das, was einem von Gott her zufällt! Ob nicht hinter all diesen miteinander verketteten Ereignissen die Fügung und das Eingreifen Gottes stehen? Ich glaube schon!

Liebe Schwestern und Brüder!

Wie immer auch: Ich meine, wir sollten nicht beim Äußeren von „Stille Nacht“ stehenblei-ben. Text und Melodie sind wirklich zu Herzen gehend. Aber noch wichtiger sind der Inhalt und die Botschaft dieses Liedes. Und diese Botschaft lautet: Gott wird Mensch! Der Allmäch-tige wird ein kleines Kind. Gott tritt ein in unsere Welt, in unser Leben, in unsern Alltag. Im Kind in der Krippe schaut uns Gott an. Oder wie es im Titusbrief heißt: „Erschienen ist die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes“ (3,4)! Und diese Menschenfreundlichkeit unseres Gottes weiterzugeben, ist unser aller Berufung als Christinnen und Christen! Möge uns das Lied „Stille Nacht“ immer wieder dazu motivieren! Amen.


Univ. Prof. Dr. Peter Hofer, Salzburg

Beitrag in der Festschrift „Gruber & Mohr Festival 2018, Hallein

STILLE NACHT, HEILIGE NACHT,
DIE DER WELT HEIL GEBRACHT

Wenn Weihnachten kommt, pflegen wir freundlicher hinauszublicken über unsere Grenzen zu den Menschen in jenen Ländern, die weder vor vollen Schaufenstern noch vor vollen Gabentischen stehen und wir geben einen Teil unseres Reichtums ab, im Durchschnitt etwa 1/10% eines Monatseinkommens, eine kleine Hilfe für die Menschen draußen, eine große für unser eigenes Gewissen.

Wir entdecken, dass die Welt mit dem Reichtum der einen und dem Hunger der andern die Welt ist, in der Jesus Christus Mensch wurde, in der er, wie das Wort „Advent“ sagt, ankam um das Elend dieser Erde zu tragen. Wir, seine Nachfolger, tragen freilich nicht das Elend der Erde, eher darf man sagen: wir verursachen es, und das Beste ist noch, dass wir uns ab und an zu einer Stunde des Nachdenkens ver-sammeln.

Wir gehen den Weg der Lichter bis an die Krippe von Bethlehem. Wir werden wieder Christbäume aufstellen und Krippenfiguren, die Weihnachtsgeschichte hören und Weihnachtslieder singen und so gestimmt die Augen vor den gigantischen Katastrophen, denen die Menschheit entgegengeht, feierlich verschließen.

Keines unsrer Feste ist so voll von Musik wie Weihnachten. Für viele beginnt das Christfest, wenn die fünf Paukenschläge das Weihnachtsoratorium eröffnen: „Jauchzet, frohlocket“. Oder wenn aus dem Turmfenster der Posaunenchor in den Winterabend bläst: „Tochter Zion, freue dich!“ Und unten auf dem Weihnachtsmarkt klingelt das Karussell: „Fröhliche Weihnacht überall tönet durch die Lüfte froher Schall.“ Wenn diese Klänge ganz fehlten, Weihnachten würde veröden. Natürlich sind solche Töne längst auch ein Gemisch geworden aus leise rieselndem Schnee, Schlittengeläut und Ich und Du im Winterwald: aber unbesiegbar dazwischen „tönt es laut von fern und nah“: „Christ, der Retter ist da“. Auch viele Kirchenferne kennen sie noch und würden sie vermissen. Es ist, als sollten damit die Schatten der müh¬sam gewordenen Gegenwart ein wenig weggesungen werden.

In dem Lied, das vor 200 Jahren zum ersten Mal erklungen ist, verdichtet sich all das, was sich an Gefühlen, Erinnerungen und Sehnsüchten mit Weihnachten verbindet: Kindertage, Kerzen und Tannengeruch, Gesichter im Kerzenschein, Tränen in den Augen der Großmütter und Mütter. All das verbindet sich mit dem Lied, das buchstäblich um die Welt ging und in unzähligen Sprachen vom "holden Knaben im lockigen Haar" singt. Es ist gerade¬zu das Weihnachtslied geworden.

In derselben Stunde aber, in der wir die Christbäume entzünden, werden auf unserer Erde mehr als 50 Millionen Euro für Rüstung ausgegeben werden. Gleichzeitig werden zweitausend Kinder verhungern. "Schlaf in himmlischer Ruh'", werden wir singen. Aber das Kind von Bethlehem schläft nicht, schon gar nicht „in himmlischer Ruh“. Es ist längst ein Mann geworden, und der hat längst laut und klar geredet. Und er hat für seine störenden Reden von den Autoritäten seines Landes längst die Quittung bekommen: nämlich einen Schnellprozess und eine Hinrichtung. Das Kind Jesus verehren heißt, den Willen des erwachsenen Mannes Jesus erfüllen, der vom Frieden, von der Gerechtigkeit und vom Reich Gottes gesprochen hat.

So still, wie die Nacht, die wir besingen, wird die Nacht bei der Geburt Jesu nicht gewesen sein, und arg heilig ging es ebenfalls nicht zu. Wir kennen aus zeitgenössischen Zeugnissen die Wirklichkeit zur Zeit der Geburt Jesu. Der römische Geschichtsschreiber LAKTANZ hat die Methoden der brutalen Steuereintreibung festgehalten: „Die Steuerbeamten erschienen allerorts und brachten alles in Aufruhr. Die Äcker wurden Scholle für Scholle vermessen, jeder Weinstock und Obstbaum wurde gezählt, jedes Vieh registriert, die Kopfzahl der Menschen notiert. In den Städten wurde die Bevölkerung zusammengetrieben. Alle Marktplätze waren verstopft von herdenweise aufmarschierenden Familien. Überall hörte man das Schreien derer, die mit Folter und Stockschlägen verhört wurden. Man folterte die Steuerpflichtigen, bis sie gegen sich selbst aussagten. Wenn der Schmerz gesiegt hatte, trieb man steuerpflichtigen Besitz auf. Es gab keine Rücksichtnahme auf Alter und Gesundheitszustand."

Die "stille Nacht" war himmelschreiend laut vom Schrei des Elends und der Unterdrückung. Der holde Knabe im Lied ist ein hilfloses, armes Flüchtlingskind. Nichts Verklärtes, sondern raue, harte Wirklichkeit. Weil Gott nicht in eine Welt des Glamour und Glanzes, sondern in die ungeschminkte menschliche Geschichte von Elend, Not, Schuld und Tod kam.

Und doch ist es eine besondere, stille Nacht, weil Gott kommt, um den Jammer seiner Menschheit zu stillen. Weil er erhebt, was niedrig ist, und die Gewaltigen vom Throne stößt. Und dies erleben wir ja heute, was das Magnifikat besingt. Wenn das nicht der Sinn unseres Feierns am Christfest sein soll, dann lasst uns dieses bürgerliche Rührstück aus dem Kalender streichen.

Der Dichter des Textes unseres Weihnachtsliedes, Joseph MOHR, und sein kongenialer Tonsetzer Franz Xaver GRUBER haben aber nicht nur vom „holden Knaben im lockigen Haar“, von den Engeln und der „rettenden Stund“ gesungen, sondern in drei, leider in Vergessenheit geratenen Strophen, die ganze Welt in Blick genommen, die ganze Schöpfung von Kreatur und Natur. Der ganzen Welt gilt der Heilswille Gottes, die ja gegenwärtig in den Wehen eines Neuen liegt. Und nicht nur für unser europäisches Haus will Gott Heil und Wohl bringen, sondern für alle Welt. Für die Ökumene, die ganze bewohnte Erde.

4. "Stille Nacht, heilige Nacht,
die der Welt Heil gebracht.
Aus des Himmels goldenen Höhen
uns der Gnaden Fülle läßt sehen,
Jesum in Menschengestalt,
Jesum in Menschengestalt."

5. „Stille Nacht, heilige Nacht,
wo sich heut alle Macht
väterlicher Liebe ergoß
und als Brüder huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt,
Jesus die Völker der Welt."

6. „Stille Nacht, heilige Nacht,
lange schon uns bedacht,
als der Herr vom Grimme befreit
in der Väter urgrauer Zeit
aller Welt Schonung verhieß,
aller Welt Schonung verhieß."

Das Lied erinnert uns an die Menschlichkeit Jesu: „Jesus in Menschengestalt.“ Wahrer Gott und wahrer Mensch, heißt es in unserem Bekenntnis. Kein Fabelwesen, wie Gott in den heidnischen Mythen und Erzählungen, sondern "in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden" (Phil 2,7). Kind kleiner Leute, Opfer der Mächtigen mit ihrer Geldgier. Aus der verächtlichen Provinz: "Was kann aus Nazareth Gutes kommen?" (Joh 1,46).

Karl BARTH hat in seiner kirchlichen Dogmatik noch genauer formuliert: "Gott wurde Mensch im jüdischen Fleisch". Die Erinnerung an den jüdischen Menschen Jesus von Nazareth, nicht an einen blonden Germanen, wie uns vor über siebzig Jahren weisgemacht wurde. Als Prophet einer menschenwürdigen Zukunft ist er in die Geschichte eingegangen.

Jesus kann uns heute vor allen Formen des Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit bewahren. Jesus in Menschengestalt erinnert uns daran, dass unser Glaube in Mitmenschlichkeit Gestalt finden kann und dass ihm nichts Menschliches fremd sein darf.

In der 5. Strophe beschwört unser Lied die neue Geschwisterlichkeit der verschiedenen Völker und Rassen der Welt durch die Geburt Christi. Wer die Geburt Christi richtig versteht, wird mitdenken, mitarbeiten, mitbeten, dass wir zu einer globalen Weltgemeinschaft finden.

Die letzte Strophe fasst die weihnachtliche Botschaft zusammen: Nicht Verdammnis, son¬dern Schonung. Schonung für unsere gequälte Mitwelt, Schonung für die Armen, Schwachen und Hungernden, Schonung für gequälte Gewissen, Schonung für alles Unterlassene, und dies aller Welt. Den Gerechten und Ungerechten, den Bösen und Guten. Unseren Lieben, und auch den Feinden.

Wäre in unserer Geschichte nicht manches anders verlaufen, wenn diese ungesungenen, vergessenen Strophen zu Weihnachten gesungen worden wären? Wenn Großmütter und Mütter, und vor allem die Väter, ihren Söhnen und Töchtern die in Christus gebotene Schonung für Freund und Feind in die Seele und ins Gewissen gesungen hätten?

"Der Welt Heil durch Jesus in Menschengestalt,
Geschwister durch Jesus die Völker der Welt,
Schonung, Erbarmen für alle Welt."

Ich glaube, durch diese Strophen gewinnt dieses Lied die biblische Tiefe wieder von der Geburt des rettenden Christus für uns.


Albrecht Tagger, Ainring

Predigt am 6. Jänner 2018 in Bad Vigaun

Weihnachtliche Gottesdienstgemeinde!

Ich nehme an, daß manche von Ihnen die Weihnachtsausgabe des Rupertusblattes vom 24.Dezember gelesen haben.

Als ich darin blätterte, fiel mir sofort ein Beitrag zum STILLE NACHT LIED auf, dem eine 7.Strophe von Lehrer Wimmer aus Waidring (1819) und von Pfarrer Valentin Pfeifenberger in Unken (1948) zugefügt wurde. Beide erwähnen die Hl.Drei Könige.

Wie jede Krippendarstellung mit den Drei Königen das Weihnachtsgeschehen abrundet und vollendet, geschieht dies mit dieser 7.Strophe des

Liedes durch einen Lehrer und einen Priester - wie ursprünglich ein Lehrer Gruber und Priester Mohr den Anfang gesetzt haben.

Wenn darin von Königen die Rede ist, so erinnert mich dies an Pfarrer Pfeifenberger, wenn er selbst in einem Weihnachtsspiel gerne in die Rolle des Herodes schlüpfte, der vom Fenster herausschaute. Er tat dies gerne und wollte zum Ausdruck bringen, daß er zu Königen und geistlichen Würdenträgern

nicht immer das beste Verhältnis hatte.

Mag sein, daß sein Auftreten nicht immer von feiner königlicher Art war, was Obrigkeiten Anlaß zum Ärgernis gab. Kniefälliges Huldigen lag ihm fern, und er bevorzugte bei Auftritten gekrönter oder ungekrönter Prominenz eher dieser aus dem Weg zu gehen.

Man mochte ihn belächeln oder sich über ihn ärgern - eines konnte man ihm gewiß nicht absprechen, er war ein tiefgläubiger, ehrlicher Gottesmann. Wenn in den heutigen Texten auch von Weisen die Rede ist – Pfeifenberger war ein "weiser Mann" und Pfarrer, wie ihn die Lungauer sahen und zu ihm aufgeschaut haben wie

zu einem Stern in der Nacht.

Ein Stern, der Stunden durch Nächte zu Fuß vom Thomatal nach Tamsweg ins Krankenhaus unterwegs war, wenn er zu einem Sterbenden gerufen wurde, um ihm in der letzten Stunde den Weg zu Christus zu weisen, wie der Stern den Königen den Weg zum Kind in der Krippe gewiesen hat.

In seiner Version der 7. Strophe - ob vom Lehrer abgeschrieben oder nicht, tut nichts zur Sache - fügte er noch das Wort des FRIEDENS hinein. Er brachte Menschen den Frieden, wenn es darum ging, in der Beichte Mensch mit Gott zu versöhnen.

Welche Rolle er gespielt haben mochte, um das Heilsgeheimnis der Menschwerdung Gottes zu verkündigen - er tat es stets als ein zutiefst glaubwürdiger, überzeugender Landpfarrer aus dem Lungau.


Michael Neureiter

Ansprache in Eugendorf am 02 12 2018, 1. Adventsonntag, Evangelium aus der Endzeitrede bei Lukas (21, 25-28. 34-36)

Liebe Schwestern und Brüder

Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen

Endzeitrede des Lukas: auch geprägt von Naherwartung des Kommens des Menschensohns. Auch geprägt von Ereignissen rund um den Jüdischen Krieg, Eroberung Jerusalems durch Titus im Jahr 70, Zerstörung des Tempels?

Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit kommen sehen

Vor 200 Jahren
Politischer Umbruch, Napoleonische Kriege, Wiener Kongress, Vertrag von München
Salzburg ein Spielball der Mächtigen, neue nasse Grenze

Vor 200 Jahren
Klimakatastrophe: 1815 Tambora auf Sumbawa: der größte je von Menschen dokumentierte Ausbruch eines Vulkans
1816 weltweite massive Auswirkungen: Jahr ohne Sommer 1816, Jahr des Hungers 1817
Missernten, Stadt Salzburg 200 Hungertote
Ursache Vulkanausbruch erst im 20. Jahrhundert bekannt: Endzeitstimmung

In diese bedrückende und katastrophale Situation hinein
Schreibt 1816 Joseph Mohr sein Gedicht in Mariapfarr
Gesundheitlich angeschlagen, kalter Lungau, Schneefall im Juli

Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter,

denn eure Erlösung ist nahe

Er schreibt sein Gedicht mit der Botschaft der Menschwerdung im gleichen Lukasevangelium
Über die Nacht, die der Welt Heil gebracht hat
In der Jesus als Bruder die Völker der Welt umschloss und umschließt
Botschaft an die Hirten: Friede den Menschen, die guten Willens sind/seiner Gnade/seines Wohlgefallens

Auch eine Botschaft für unsere Zeit des Klimawandels, der politischen Umbrüche,
des Hungers in weiten Teilen dieser Welt
der Sehnsucht nach Solidarität in der einen Welt
Über den Tambora als Ursache der Klimakatastrophe wusste man 1816 nicht Bescheid,
über die Schreckensereignisse in Syrien, im Jemen, im Sudan, in Afghanistan wissen wir sehr wohl Bescheid:
Die Welt ist vernetzt, ist ein Dorf

Joseph Mohr, 1824-27 Coadjutor in Eugendorf,
einer seiner 14 Dienstorte,
schreibt sein Gedicht auch für uns:
nicht in der stillsten Zeit im Jahr, sondern im Jahr ohne Sommer,
der weltweiten Verdunkelung
Er schreibt Zeilen der Hoffnung in schwierigen Zeiten

Stille Nacht hat Tiefgang, Stille Nacht braucht Tiefgang!
Es ist zuwenig, Stille Nacht, Heilige Nacht auf eine Vielzahl von Produkten draufzuschreiben:
Es muss auch Stille Nacht drin sein:
Botschaft der Menschwerdung fordert uns,
Frieden und Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit nicht nur zu inszenieren,
sondern auch zu leben: persönlich, gesellschaftlich, weltweit

Wenn es auch lange her ist:
Übermorgen Mohrs 170. Sterbtag
Letzter Sonntag: FXGrubers 231. Geburtstag:
Die Botschaft, „die der Welt Heil gebracht“,
ist nicht die Idylle,
sondern die Menschwerdung!


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